Die Wirtschaftskrise in Ostdeutschland ist noch nicht überwunden. Der Aufschwung Ost lässt im Vergleich zu den alten Bundesländern noch weiter auf sich warten.
Die wirtschaftliche Erholung in den neuen Ländern lässt nach Einschätzung des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) weiter auf sich warten. Im Gegensatz zum Westen sei die Krise in Ostdeutschland noch nicht überwunden, sagte IWH-Konjunkturexperte Udo Ludwig der «Leipziger Volkszeitung» (Mittwochausgabe). Der wirtschaftliche Abschwung sei nicht so stark gewesen und später eingetreten. Dieser zeitlicher Unterschied mache sich jetzt auch bei der konjunkturellen Erholung bemerkbar. Es gebe jedoch «erste Anzeichen», dass auch die ostdeutsche Wirtschaft wieder Tritt fasse. «Noch hinkt Ostdeutschland aber dem Aufschwung hinterher», betonte Ludwig.
Osten hinkt dem Aufschwung hinterher
Das erwartete Wirtschaftswachstum für die neuen Länder bezifferte Ludwig für dieses Jahr mit rund einem Prozent und damit etwas niedriger als in Westdeutschland. Der Aufholprozess gerate erneut ins Stocken, und der Abstand zwischen Ost und West werde wieder größer. «So paradox es klingt: Die neuen Länder haben im Krisenjahr 2009 Boden gut machen können», sagte der IWH-Experte. Während der Westen ein Minus von rund fünf Prozent habe hinnehmen müssen, seien es im Osten nach IWH-Berechnungen knapp vier Prozent gewesen.
(ddp/roe)
04.03.2010