Automarkt: Ernüchterung nach der Abwrackprämie

Matthias Wissmann © ddp


Nach der Abwrackprämie nun die Ernüchterung auf dem Automarkt. Die Zulassungszahlen gehen im Februar stark zurück.

Auf dem deutschen Automarkt ist nach dem Auslaufen der Abwrackprämie und dem Ende ihrer Nachwehen zumindest teilweise Ernüchterung eingekehrt. Nach dem Rückgang der Zulassungszahlen zu Jahresbeginn sind diese im Februar gegenüber dem Vorjahr regelrecht eingebrochen. Wie Autoverbände am Dienstag mitteilten, sackten die Pkw-Verkäufe im Februar binnen Jahresfrist um rund 30 Prozent auf 195 000 Neuwagen ein. Laut Kraftfahrtbundesamt belebte sich der Neuzulassungsmarkt zum Monatsende deutlich.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) wies jedoch darauf hin, dass das Ergebnis tatsächlich weit weniger schlecht sei, als auf den ersten Blick scheine. VDA-Präsident Matthias Wissmann erinnerte daran, dass im Februar vergangenen Jahres die Einführung der Umweltprämie die Autokäufe auf ein Zehn-Jahres-Hoch hatte steigen lassen. Die Verkaufszahlen der ersten beiden Monate 2010 lägen zwar knapp ein Fünftel unter dem Vorjahreswert, zugleich jedoch fünf Prozent über dem langjährigen Durchschnitt.

Mit einem positiven «Nettoeffekt» rechnet Wissmann auch für 2009 und 2010.

Nachdem im vergangenen Jahr der Inlandsmarkt auf über 3,8 Millionen Einheiten gestiegen war, sei 2010 mit einer Normalisierung und einem Volumen zwischen 2,75 Millionen und 3,0 Millionen Pkw-Neuzulassungen zu rechnen. Im Mittel beider Jahre seien dies rund 3,3 Millionen Neuwagen und damit klar mehr als im mittelfristigen Marktvolumen von 3,0 bis 3,1 Millionen. Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) rechnet im laufenden Jahr mit einem Rückgang der Neuzulassungen auf maximal 2,9 Millionen.

Aufwärtstendenz bei den gewerblichen Zulassungen erkennbar

Weiter teilte der VDA mit, dass bei den gewerblichen Zulassungen eine deutliche Aufwärtstendenz zu erkennen sei. Seit vergangenem Mai ist den Angaben zufolge ihr Anteil am gesamten Pkw-Markt von 31 auf 57 Prozent gestiegen und hat damit das Niveau von 2008 wieder erreicht. Auch in den Segmentstrukturen sei eine «Rückkehr zur Normalität» deutlich zu sehen, hieß es weiter. Der Anteil der Klein- und Kompaktwagen sei rückläufig. Diese waren durch die Umweltprämie besonders nachgefragt. Dagegen werde das Mittelklassesegment 2010 wieder zulegen und der Premiummarkt besser als der Gesamtmarkt abschneiden.

Mit Blick auf die inländischen Auftragseingänge sagte Wissmann weiter, dass diese im Februar erwartungsgemäß stark rückläufig gewesen seien. Allerdings liege das Ordervolumen mit 357 000 Einheiten nur leicht unter dem Schnitt der vergangenen Jahre. Seit Jahresbeginn sei die Fertigung damit um mehr als ein Drittel gestiegen und liege nur noch knapp fünf Prozent unter dem Mittelwert der vergangenen sechs Jahre.

Wachstum außerhalb Europas

Der weltweite Pkw-Markt wird nach Ansicht des Verbandes 2010 auf 57 Millionen Einheiten zulegen. Allerdings werde das Wachstum außerhalb Europas stattfinden. Vor allem die Bedeutung der asiatischen Märkte werde immer größer. Daher müssten die deutschen Hersteller ihre Produktion im Ausland vor Ort weiter ausbauen, sagte Wissmann. Unter dem Strich haben die deutschen Hersteller im Februar 337 600 Pkw exportiert, 57 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Dies war der fünfte Anstieg in Folge.

(ddp/roe)

03.03.2010

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