Der strenge Winter verursacht im Baugewerbe viel längere Ausfallzeiten als geplant. Wie hoch der wirtschaftliche Schaden sein wird, lässt sich noch nicht genau sagen.
Zurzeit erhalten rund 20000 Bauarbeiter in Hessen das Saisonkurzarbeitergeld.
In Hessen sorgt der strenge Winter für viermal so hohe Ausfallzeiten im Baugewerbe als sonst üblich. Gewöhnlich kalkulierten die Unternehmer mit vier bis fünf Ausfalltagen pro Saison, sagte der Geschäftsführer des Verbands baugewerblicher Unternehmer Hessen, Peter Henrici, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur ddp. Wegen langanhaltenden Frosts und des vielen Schnees zeichne sich in diesem Winter aber ab, dass die Betriebe 15 bis 20 Ausfalltage in Kauf nehmen müssten.
Der wirtschaftliche Schaden, den die Unternehmen dadurch erleiden, lässt sich nach den Worten Henricis noch nicht beziffern. Durch eine Steigerung der Ausfalltage gerieten die Unternehmer aber zusehends unter Leistungsdruck. «Architekten und Auftraggeber planen damit, dass im Winter durchgearbeitet wird», sagte Henrici. Dieser Trend habe in den vergangenen 15 Jahren stark zugenommen.
Welche Arten am Bau erledigt werden könnten, sei jeweils abhängig vom Wetter. So härte etwa Beton bei Temperaturen ab minus sechs Grad Celsius nicht mehr vollständig aus, sagte der Geschäftsführer für den Bereich Arbeits- und Tarifrecht. Bei Tauwetter und Regen hingegen seien Tiefbauunternehmen durch Schlammbildung in ihrer Arbeit beeinträchtigt.
Noch bis Ende März erhalten die rund 20000 Bauarbeiter in Hessen bei wetterbedingtem Arbeitsausfall das Saisonkurzarbeitergeld der Bundesagentur für Arbeit (BA), das früher «Schlechtwetterzulage» genannt wurde. Diese Unterstützung wird jedes Jahr ab Dezember gewährt. Die Unternehmer und die Arbeitnehmer müssen einen Teil des Geldes beisteuern.
ddp/roe
03.02.2010