Besonders für Vielfahrer kann ein Wechsel von Benzin zum Alternativ-Kraftstoff Autogas langfristig von Vorteil sein.
von Petra Lang
Wer heute an die Tankstelle fährt, um vollzutanken, will nur noch eins: schnell wieder weg. Ein Blick auf die Preisspirale für Benzin und Diesel lässt besonders Vielfahrer und Kraftfahrer mit „Spritschluckern“ schwindlig werden. Zeitweise war der Preis für einen Liter unverbleites Superbenzin sogar über 1,50 Euro gestiegen. Auch wenn sich der Spritpreis immer wieder etwas nach unten korrigiert hat, so ist doch eines klar: Die Energiepreise werden langfristig steigen.
„Am schnellsten rechnet sich eine Umrüstung für Fahrer, deren Auto viel Benzin verbraucht“, weiß ORCO-GSG Mieter Alexander Nauhardt, Geschäftsführer von 030Autogas. „Auch kleinere, sparsamere Autos können auf Autogas umgerüstet werden, müssen dann aber wesentlich länger fahren, bis sich die Umbaukosten amortisiert haben.“ Laut ADAC-Angaben würde sich ein Umbau bei einem Audi A 8 mit 4,2 Liter Hubraum und einem Durchschnittsverbrauch von zwölf Litern Benzin bereits nach etwa 60.000, bei einem Spritsparer wie dem Smart dagegen erst bei knapp über 100.000 Kilometern rechnen (siehe unten: „Nützliche Links“).
Was ist Autogas?
Autogas oder Liquified Petroleum Gas (LPG) ist ein Gas, das unter Druck verflüssigt wird. Es besteht aus Propan und Butan. Beide Stoffe fallen bei der Erdöl- und Erdgasförderung sowie in Raffinerien an. Campern ist LPG als Gas zum Kochen, Heizen und Kühlen bekannt. Der Durchschnittspreis für LPG liegt etwa bei 69 Cent. Da der Heizwert von Autogas jedoch geringer ist, erhöht sich der Durchschnittsverbrauch um etwa 25 Prozent. Dennoch rechnet sich die Umstellung auf Gas besonders bei Vielfahrern und bei Fahrzeugen mit hohem Benzinverbrauch.
Autogas für alle?
Grundsätzlich können alle Ottomotoren (benzinbetrieben) auf Autogas umgerüstet werden, da Autogas in seiner chemischen Zusammensetzung dem Benzin verwandt ist. Bisher bieten nur wenige Autohersteller ab Werk Autogas-Neufahrzeuge in Deutschland an. Darunter sind: Chevrolet, Ford, Hyundai, Jeep, Kia, Lada, Subaru und VW. Für diese Neuwagen wird ein Aufpreis von etwa 2.000 bis 3.500 Euro verlangt. Etwa ebenso hoch ist der finanzielle Aufwand für die nachträgliche Umrüstung von Benzinern. Etwa 1.800 bis 3.500 Euro müssen in die neue Technik investiert werden.
Kann man überall tanken?
Deutschland verfügt bereits über ein ausreichendes Tankstellen-Netz mit Autogas-Zapfsäulen. Allein in Berlin gibt es über 70 Stellen, an denen LPG (Liquified Petroleum Gas) getankt werden kann (siehe Tabelle: „Nützliche Links“) Auch in Ländern wie den Niederlanden, Belgien, Italien, Frankreich, England und Polen ist das Autogastanken kein großes Problem. Zu beachten ist allerdings, dass im Ausland für die unterschiedlichen Zapfanschlüsse Adapter nötig sein können.
Wie umweltfreundlich ist Autogas?
Mit Autogas betriebene Fahrzeuge stoßen etwa zehn Prozent weniger Kohlendioxid aus als herkömmliche Benziner. Im Vergleich zu Diesel und Erdgasfahrzeugen ist der Kohlendioxidausstoß höher (zwölf Prozent bei Diesel und zwei Prozent bei Erdgas). Autogas ist jedoch klar im Vorteil bei gesetzlich limitierten Abgasschadstoffen, wie Benzol und anderen schädlichen aromatischen Kohlenwasserstoffen.
Alexander Nauhardt von 030Autogas rät: „Wer zum Beispiel aus beruflichen Gründen ein repräsentables Auto mit hohem Benzinverbrauch fährt und nicht möchte, dass ihm am Monatsende, wenn die Kreditkartenrechnung kommt, graue Haare wachsen, sollte über eine Umrüstung auf Autogas nachdenken.“ Übrigens: Auch Oldtimer wie ein 67er Mustang können umgerüstet werden. Nauhardt: „Da ist der Umbau sogar preiswerter als bei modernen Wagen.“
Nützliche Links
Amortisation, Umbaukosten:
www.amortisationsrechner.de
www.adac.de
www.auto-motor-und-sport.de
LPG-Tankstellen:
www.autogastanken.de/content/pdf/Tankstellenliste-Berlin.pdf
deutschlandweit:
www.autogastanken.de/de/tanken/tankstellen-downloads.html
ORCO-GSG-Mieter und Autogasumrüster:
030 Autogas
Pankstraße 8-10
13127 Berlin
www.030autogas.de
22.07.2009