Explodierende Kerosinkosten zwingen Unternehmen zu drastischen Sparmaßnahmen.
von Petra Wache
Wegen der Kostenexplosion bei Kerosin legt Air Berlin den Rückwärtsgang ein. Die seit Jahren stark wachsende Airline streicht nun ihr Streckennetz zusammen, dünnt Frequenzen aus und reduziert in geringem Umfang Personal. Das Kostensenkungspaket wird mit Beginn des Winterflugplanes umgesetzt. Insgesamt werden die Kapazitäten um zehn Prozent reduziert, auf der Langstrecke sogar um 30 Prozent.
China-Flüge werden eingestellt
Anstatt der ursprünglich geplanten 134 sollen nur noch 120 Flugzeuge zum Jahresende eingesetzt werden. Mit Beginn des Winterflugplanes werden 14 Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge ausgemustert - vor allem ältere Modelle, die umgerechnet auf den Sitzplatz einen besonders hohen Treibstoffverbrauch haben. Laut Air-Berlin-Chef Joachim Hunold bedeute das jedoch nicht unbedingt eine Reduzierung der angestrebten Passagierzahl, da man so eine höhere Auslastungen erzielen wolle.
Die erst am 1. Mai aufgenommenen Verbindungen nach Peking und Schanghai wird zum Winterflugplan ausgesetzt. Hauptgrund dafür seien die noch immer ungeklärten Überflugrechte für Russland. "Wenn wir über die längere Südroute fliegen müssten, würde sich das beim derzeitigen Kerosinpreis nicht mehr rechnen", sagte dazu Hunold. Er verwies auch darauf, dass die von China im Vorfeld der Olympischen Spiele verschärften Visa-Bestimmungen nicht gerade die Reiselust ins Reich der Mitte förderten. Über eine Wiederaufnahme der Verbindungen zum Sommer 2009 soll bei einer neuen Sachlage entschieden werden. Ausgesetzt werden soll auch die Verbindung von Düsseldorf nach New York. Frequenzreduzierungen wird es im Winter auf den Strecken nach Kapstadt, Windhoek und Bangkok geben. Eingestellt werden die Flüge nach Mauritius und Sri Lanka.
mehr auf Seite 2