Wegen der hohen Benzinpreise forcieren die Konzerne die Entwicklung neuer Antriebe.
von Peter Kirnich
Angesichts der drastisch steigenden Kraftstoffpreise forcieren die Automobilhersteller die Entwicklung sparsamer, alternativer Modelle. Gestern hat der japanische Autohersteller Honda die Serienproduktion eines neuen Null-Emissionen-Fahrzeugs aufgenommen. Der FCX Clarity wird mit Wasserstoff und Strom angetrieben. Die ersten Modelle sollen im Juli in begrenzter Anzahl an Kunden im US-Staat Kalifornien ausgeliefert werden. Auch Volkswagen kündigte gestern an, künftig verstärkt in emissionsfreie und spritsparende Autos investieren zu wollen. Daimler hatte bereits vor einigen Tagen bekannt gegeben, den Kleinwagen Smart künftig mit Elektroantrieb anzubieten.
Elektro und Hybrid
"Alle großen Autohersteller arbeiten derzeit mit großen Anstrengungen an alternativen, spritsparenden Antrieben", sagte Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer der Berliner Zeitung. In den nächsten Jahren werde sich die weltweite Automobilflotte deshalb grundlegend ändern. "2015 werden Autos mit Elektro- und Hybridantrieb sowie mit extrem spritsparenden Benzinmotoren den Markt dominieren", prognostizierte Dudenhöffer. Dabei würden die Konzerne nicht etwa von der Diskussionen über Schadstoff-Grenzen angetrieben. "Dies ist langweilig geworden, seitdem die Kraftstoffpreise unaufhörlich steigen." Vor allem dies führe zu einer sinkenden Nachfrage nach Neuwagen. "Die Leute warten auf neue, verbrauchsarme Modelle. Die Unternehmen haben darauf reagiert. In zwei, drei Jahren werden die neuen Autos kommen."
Das künftige Angebot werde die Automobilwelt verändern. "Die neuen Autos werden dann nicht nur 0,3 Liter weniger Kraftstoff verbrauchen als ihre Vorgängermodelle, so wie das bisher üblich war, sondern 25 Prozent." So beschleunigt derzeit VW die Produktion ausgewählter Leichtbauwerkstoffe für die neue Kleinwagenfamilie "Up". Der Viersitzer solle zum Serienanlauf 2010 weniger als drei Liter Benzin auf 100 Kilometer verbrauchen. "Aber die Zukunft gehört dem Elektroauto - mit Strom aus der Steckdose", betonte VW-Chef Martin Winterkorn.
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