8 Fragen an ... Alexandre Liot, Geschäftsleiter der Galeries Lafayette Berlin

Alexandre Liot Galeries Lafayette Geschäftsleiter Alexandre Liot © derdehmel/Galeries Lafayette

Interview mit

Alexandre Liot, Geschäftsleiter der Galeries Lafayette Berlin

Alexandre Liot ist seit dem
1. Dezember 2009 der neue Geschäftsleiter der Galeries Lafayette Berlin. Dabei ist der gebürtige Franzose erst 29 Jahre alt. Liot wollte schon früh für die Galeries Lafayette arbeiten: Er begann dort im Alter von 17 Jahren als „Azubi“ und ist dem Unternehmen bis heute treu geblieben. Nach Stationen in Orléans, Nizza und Straßburg kam er im Jahr 2008 in die Zentrale nach Paris. Dort war Liot als Brand Consultant für die Flagships der Gruppe Lafayette in Frankreich zuständig und verantwortlich für die Markeneinführung neuer Fashionlabels sowie den Relaunch diverser Filialen.

Im Interview verrät Alexandre Liot, wie er die neue Aufgabe in Berlin meistern will, was sein Erfolgsgeheimnis ist und welche Visionen er für das Kaufhaus hat.

b2b-deutschland.de: Herr Liot, das Weihnachtsgeschäft steht bevor, und in diesem Jahr ist es eine ganz besondere Herausforderung. Wie haben Sie die Berliner Galeries Lafayette darauf vorbereitet?

Die Monate November und Dezember sind die wichtigsten Monate für ein Kaufhaus: Die Geschäftsleitung hat natürlich das Sortiment mit vielen Geschenkideen, die Personalplanung und die Warenpräsentation auf das Weihnachtsgeschäft ausgerichtet. Wir bieten eine starke Beratung für unsere Kunden. Das Geschäft bietet neue Marken wie die neue Beautycorner von Laura Mercier sowie die Accessoires-Boutique von Michael Kors und exklusive Angebote wie die prickelnden Macarons, eine französische Gebäck-Spezialität, auf Basis von Champagner.

In Berlin sind die Touristen ein wichtiger Teil der Kundschaft, das Kaufhaus Lafayette gehört für viele zum Programm beim Berlin-Besuch. Auch wenn die Touristen weiterhin nach Berlin strömen – wegen der Wirtschaftskrise ist die Bereitschaft zum Geldausgeben allgemein gesunken. Wie ist die Situation in Ihrem Haus?

Die Touristen sind sehr wichtig für unser Haus. Die Kundenfrequenz, auch bei den Touristen, ist weiterhin gut. Vielleicht liegt es an unserem Standort in Berlin-Mitte, umgeben von vielen Hotels und unweit der Museuminsel, dass wir keine Änderung beim Kaufverhalten der Touristen festgestellt haben.

Alexandre Liot Galeries Lafayette Alexandre Liot an seinem neuen Arbeitsort: die Galeries Lafayette in der Berliner Friedrichstraße. © derdehmel/Galeries Lafayette

Sie sind noch sehr jung für einen Geschäftsleiter. Wie haben Sie es geschafft, mit 29 Jahren diese Position zu erreichen?

Ich hatte Glück, im richtigen Moment am richtigen Platz zu sein. Vor allem habe ich Personen getroffen, die Vertrauen in mich investiert haben und mir vieles beigebracht haben. Persönlich war ich immer offen für Veränderungen und neue Bereiche innerhalb der Kette Galeries Lafayette. Ich bin daher oft umgezogen, ich arbeite einfach gerne und viel! Die Galeries Lafayette ist ein Unternehmen, das nicht nur das Alter berücksichtigt, sondern genau schaut, was man leisten kann.

Bereits mit 17 Jahren haben Sie für die Galeries gearbeitet – als Auszubildender. Ihre Karriere begann in den Galeries Lafayette in Orléans, und nach Nizza, Straßburg und Paris sind Sie nun in Berlin. Wie ist es, sein gesamtes Berufsleben in nur einem Unternehmen zu verbringen?

Durch die verschiedenen Stationen in einem Geschäft oder verschiedenen Funktionen innerhalb der Galeries Lafayette in Frankreich hatte ich die Gelegenheit, unterschiedliche Berufe zu entdecken und Erfahrung zu sammeln. Der Schritt in die Galeries Lafayette Berlin zu kommen öffnete eine internationale Dimension mit einem wunderschönem Geschäft und einen großen Namen.

Alexandre Liot Galeries Lafayette © derdehmel/Galeries Lafayette

Welche Pläne haben Sie für die Galeries für 2010?

Ich habe eine klare Vision für 2010: Das Geschäft setzt noch stärker auf Mode, die Kunden empfinden die Galeries Lafayette als einen Ort, wo man entspannt shoppen kann und an die französische Identität erinnern wird. Kleine und große Event wie die Galette des Rois (Dreikönigskuchen), Fashion Week, Shoppingnächte bestärken dieses Gefühl. Natürlich gehört die Optimierung der Strukturen und Abläufe zur Pflichtprogramm.

Die Galeries sind zwar ein französisches Kaufhaus, aber Sie arbeiten ja in Berlin. Was ist die allgemeine Umgangssprache unter den Mitarbeitern: Deutsch und Französisch oder eher Englisch?


Wir sind in Deutschland und die Arbeitssprache für die circa 300 Mitarbeiter aus 24 Nationalitäten ist Deutsch. Da wir ein französisches Geschäft sind, pflegen wir den Kontakt mit dem Mutterhaus und mit den französischen Marken auf Französisch.

Woher können Sie deutsch?

Nach zwei Monaten Intensivkursen lerne ich nun weiter im Einzelunterricht und täglich mit den Mitarbeitern.

Ihre Ehefrau und Ihre beiden Kinder werden mit nach Berlin umziehen. War es schwer, Ihre Frau zu überreden, nach Deutschland zu ziehen?


Meine Familie kommt erst Ende Dezember nach. Es ist immer eine Veränderung, wenn die Familie umziehen muss. Dieses Gefühl ist noch stärker, wenn der Umzug ins Ausland geht. Wir freuen uns beide auf die Stadt Berlin, die sehr viele gute Seiten hat: eine grüne, offene Stadt mit sehr viel Kreativität und guter Lebensqualität.

Herr Liot, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Das Interview führte Katrin Herdejürgen.

Galeries Lafayette Logo

Mehr Informationen zu den Galeries Lafayette finden Sie auf der Internetseite des Kaufhauses:
www.galerieslafayette.de

16.12.2009

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