8 Fragen an ... Armin Berger, Geschäftsführer von 3pc

Armin Berger 3pc-Geschäftsführer Armin Berger

Interview mit

Armin Berger, verantwortlich für das Design des Wahl-O-Mat

Über sechs Millionen Mal haben die Deutschen vor der Bundestagswahl den Wahl-O-Mat genutzt, um herauszufinden, welche Partei ihrer politischen Meinung am nächsten steht. Gestaltet hat ihn seit 2003 die Berliner Internetagentur 3-point concepts (3pc), im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung. Daneben hat die Berliner Agentur verschiedenste Internetauftritte realisiert: vom Diercke Weltatlas, der Stiftung der Deutschen Wirtschaft sowie diversen Institutionen aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft, darunter die Staatsbibliothek zu Berlin.

Weshalb der Wahl-O-Mat so erfolgreich ist, berichtet Armin Berger, Geschäftsführer von 3pc, im Interview. Und er verrät, was einen guten Geschäftsführer auszeichnet und wie sich ein Unternehmen von der Konkurrenz absetzen kann.

b2b-deutschland.de: Herr Berger, was macht den Wahl-O-Mat so erfolgreich?

Der Erfolg des Wahl-O-Mat liegt im optimalen Zusammenspiel aus Design, Dramaturgie und Inhalt. Für die Usability ist die Konzentration auf das Wesentliche oberste Priorität: Bei der Beantwortung von 20 bis 30 Thesen darf nichts ablenken. Das schlägt sich in der Dramaturgie und in dem zeitlos schlichten Design nieder. Das Entscheidende passiert letztendlich im Kopf des Nutzers.

Wahl-O-Mat Der Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl (www.wahlomat.de)

Zu Ihrem Unternehmen: Wie viele Mitarbeiter hat 3pc?

Unser Team setzt sich aus 24 festen und zehn bis 15 freien Mitarbeitern zusammen. Durch diese Kombination bieten wir die Zuverlässigkeit, die eine dauerhafte Betreuung großer Websites verlangt. Auf der anderen Seite halten wir uns immer offen für neue Technologien und Vorgehensweisen, die der Fortschritt bringt.

Sie suchen ja derzeit neue Mitarbeiter. Sind Sie von der Krise nicht betroffen?

Bisher nicht, nein. Wir spüren einen Druck auf die Preise am Markt, auf den wir bereits reagiert haben. Der Markt ist aber prinzipiell groß und reif genug, um die über mehr als 12 Jahre entwickelte Qualität, die unsere Arbeit auszeichnet, schätzen zu können.

Es gibt ja viele Agenturen, die, wie die Ihre, die Konstruktion von Websites als Dienstleistung anbieten. Wie setzen Sie sich von der Konkurrenz ab?


Es hat auch schon einmal mehr Agenturen gegeben. Entscheidend ist unsere Geschichte. Wir haben uns mit dem Internet beschäftigt, als es noch gar keinen Markt dafür gegeben hat. 1994 habe ich die ersten Webseiten programmiert. Von Anfang an war der Aspekt der multidirektionalen Kommunikation das zentrale Faszinosum. 3pc bündelt seit über einem Jahrzehnt alle wichtigen Bereiche unter einem Dach: Konzeption, Redaktion, Gestaltung, Programmierung und Hosting. Nur wenn alles perfekt zusammenspielt, lässt sich der Kommunikationsauftrag einer Website erfolgreich umsetzen. Wir sind spezialisiert auf die inhaltlich seriösen Vorhaben und verzichten im Zweifelsfall auf Umsatz, wenn wir unsere Grundidee vom Medium Internet in einem Projekt nicht wiederfinden. Ich würde das mit einem Zitat von Nelson Mandela unterstreichen: „Informations- und Kommunikationstechnologien sind das mächtigste Werkzeug für den Fortschritt der Menschheit, das wir haben.“

Was zeichnet einen guten Geschäftsführer aus?

Die wesentliche Fähigkeit besteht darin, den Kern der Entwicklungen zu erkennen und die Strategie entsprechend abzustimmen. Man muss gut in den Markt, aber auch in die eigene Belegschaft hineinhorchen können. Und natürlich: Lust auf Zukunft.

Planen Sie trotz der Wirtschaftskrise noch Investitionen?

Wer sich nicht verändert, verschwindet vom Markt. Wir werden weiter investieren, uns weiterentwickeln und wachsen. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass eine abwartende oder defensive Haltung zuträglich wäre.

Spüren Sie verschärfte Konditionen bei der Kreditvergabe?

Nein und zwar aus einem einfachen Grund: Wir haben seit der Firmengründung 1996 keine Kredite in Anspruch genommen und beabsichtigen dies aktuell auch nicht. Unser Wachstum hat sich über all die Jahre organisch aus unseren Leistungen entwickelt. In der Zukunft kann ein Kredit aus strategischen Überlegungen heraus durchaus sinnvoll sein. Ich gehe davon aus, dass sich die Finanz- und Wirtschaftskrise bis dahin zumindest abgemildert hat.

Wie sehen Sie die Perspektive Ihres Unternehmens für 2010?

Die gesamte Wirtschaft, auch unser spezielles Segment, befindet sich seit fast zwei Jahren in einem schwierigen Zustand. Vor dem Hintergrund sind durchaus überraschende Entwicklungen denkbar. Ich persönlich sehe in den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bewegungen allerdings vieles, was wir für die Entwicklung von 3pc nutzen können. Ich sehe auf jeden Fall sehr viel mehr Chancen als Risiken. 3pc hat eine sehr flexible Größe und Aufstellung, die uns erlauben wird, die Chancen zu nutzen.

Herr Berger, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Das Interview führte Katrin Herdejürgen.

3pc logo


Mehr Informationen zu 3pc finden Sie auf der Internetseite des Unternehmens:
www.3pc.de

29.10.2009

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