8 Fragen an ... Philipp Spethmann, Mitgründer des Start-ups allyve

Allyve Gruender Spethmann allyve-Gründer Spethmann

Interview mit

Philipp Spethmann, Mitgründer des Start-ups allyve

„Mach dir dein Internet“ ist das Motto des Start-ups: Es bietet personalisierbare Startseiten. Eine praktische Anwendung: Der Nutzer muss sich auf seiner persönlichen Startseite nur einmal einloggen, schon kann er direkt auf seine E-Mails, seine Xing- oder Facebook-Seite, den eBay-Account und auf seinen Online-Zugang zur Deutschen Bahn zugreifen. Persönliche News, E-Mails und Facebook-Kontaktanfragen werden dann direkt auf der persönlichen allyve-Seite angezeigt.

Das junge Hamburger Unternehmen hat schon mehrere Gründerpreise gewinnen können: den enable2start, den Innovationspreis IT der Initiative Mittelstand. Und auch jetzt bei der Venture Lounge des media.net berlinbrandenburg ging das Unternehmen als Sieger hervor. Dabei hatte das Gründer-Team, Julika Bleil und Philipp Spethmann, nur siebeneinhalb Minuten Zeit, sein Konzept zu präsentieren.

b2b-deutschland.de: Herr Spethmann, wie kamen Sie auf die Idee, eine All-in-One-Startseite für Internetnutzer zu erfinden?

Spethmann: Wir selbst hatten ganz einfach ein Problem mit dem Internet. Das Internet verspricht schnell und bequem zu sein, ist es aber nicht: Ständig muss ich mich einloggen, ausloggen, einloggen, ausloggen und ich vergesse meine Passwörter. Uns fehlte damals eine Lösung, die uns sämtliche Logins über eine Webseite zugänglich macht. Da es so etwas noch nicht gab, lag es nahe, diese Idee selbst umzusetzen, das eigene Produkt zu realisieren. Das ist ein super Gefühl.

Diese Idee und die Technologie, die wir daraus entwickelt haben, ist natürlich nicht nur eine Lösung für den Internetnutzer, sondern auch für den Mitarbeiter, der sich täglich in seiner Firma in die verschiedensten Unternehmensanwendungen einloggen muss. Die Idee, allyve auch als IntRAnetlösung anzubieten, kam uns durch einen begeisterten User – ein CIO eines europäischen Technologieunternehmens: Er wollte allyve für seine Firma und Mitarbeiter. Und so verkauften wir unser erstes „Enterprise WebGate“.

Allyve Beispielseite privat 365 So sieht eine personalisierte Startseite von allyve aus.
Allyve Beispielseite business365 allyve für Firmen: So kann eine personalisierte Intranet-Startseite für Unternehmen aussehen - das "Enterprise WebGate".

Sich nur einmal einloggen zu müssen und so den Zugriff auf alle persönlichen Konten zu erhalten, ist sehr praktisch. Aber ist das auch sicher?

Die Datensicherheit und der Datenschutz sind für uns absolute Grundwerte unserer Firma. Dafür lassen wir uns regelmäßig vom TÜV auf Qualität, Datensicherheit und Datenschutz oder auch alle 24 Stunden von der amerikanischen Firma McAfee, die man aus dem Virenschutzbereich kennt, testen und zertifizieren.

Sie haben schon mehrere Preise erhalten für allyve. Wie wirkt sich das auf das Unternehmen aus?

Preise sind ein wichtiges Mittel um der Welt zu sagen „Hey, es gibt uns und wir haben ein richtig gutes Produkt“. Sie schaffen Sichtbarkeit in der Branche, bei Partnerunternehmen und natürlich bei der Presse. Von daher sind Preise für uns ein wichtiges Mittel, zukünftigen Kunden und Partnerunternehmen allyve näherzubringen – und eben einfach zu zeigen, dass wir eine Lösung haben für das täglich nervige Einloggen, Ausloggen.

Wie haben Sie Ihre Gründung finanziert und wie finanzieren Sie sich aktuell?

Die Finanzierung eines jungen Unternehmens ist auf drei Arten möglich: Eigene Mittel, Fremdkapital, Venture Capital. Wir haben eine Finanzierung auf Basis von letzterem, Venture Capital, erhalten und somit einen weiteren Gesellschafter an Bord unserer Firma geholt, der uns nicht nur durch Kapital, sondern auch durch Rat, Tat und Kontakte unterstützt. Derzeit finanzieren wir uns zu einem Teil noch von dieser Venture-Capital-Finanzierung. Diese wird jedoch zunehmend von unseren erwirtschafteten Umsätzen abgelöst.

Allyve Gruender Die beiden allyve-Gründer

Wie viele Mitarbeiter hat allyve?

Inklusive von zwei Praktikanten, die wir eigentlich immer mit an Bord haben, zählen wir 15 Gesichter im Büro.

Wie kamen Sie auf den Namen allyve?

allyve steht für „all you have, all live, allyve (gespr.: alive)”. „all you have“ spielt darauf an, dass der Nutzer sämtliche seiner wichtigsten Internetaccounts, die er hat, auf allyve einbinden kann – eben “alles was Du hast”. „all live“ steht dafür, dass wir dem Nutzer in Echtzeit einen Überblick über seine Accounts verschaffen: Wie viele neue Nachrichten bei Facebook, neue Flirts bei Neu.de, Bestellungen bei Amazon oder Geschäftskontakte bei Xing. Und bei der Information, die den User besonders interessiert, kann er direkt durch nur einen Klick tiefer einsteigen – ohne sich erneut lästig einloggen zu müssen. Das übernimmt alles allyve für ihn. Und damit wird das Internet eben lebendig, frisch, einfach zum Durchatmen, also „alive“.

Welchen ultimativen Tipp können Sie anderen Gründungswilligen mit auf den Weg geben?

Als Eigenschaften sollten sie begeistern und zuhören können. Analysieren, bewerten und priorisieren. Aufgaben abgeben und vertrauen können. Skepsis und gesundes Bauchgefühl haben.

Wichtig ist auch, frühzeitig und offen mit vielen Personen des Vertrauens über die Idee zu sprechen. Man braucht Feedback, Feedback, Feedback! Und, auch wenn es wie ein Dschungel aussieht: Man muss sich über die Fördermöglichkeiten des Bundes, der Länder etc. informieren.

Wie sehen Sie die wirtschaftliche Perspektive von allyve?

Sehr gut. Wir sehen, dass unsere Firma auf einem Thema (Informationsüberblick und Zugangsvereinfachung) fundiert, das immer weiter in den Fokus der Unternehmen und der Nutzer rückt. Dadurch ergeben sich für uns sehr interessante Wachstumsmöglichkeiten – aus eigener Kraft sowie gemeinsam mit Partnerunternehmen.

Herr Spethmann, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Das Interview führte Katrin Herdejürgen.

Allyve Logo


Mehr Informationen zu allyve finden Sie auf der Internetseite des Unternehmens: www.allyve.com

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