8 Fragen an ... die 4 Erfinder des Finanzkrisenquartetts

Finanzkrisenquartett Team Das Erfinder-Quartett

Interview mit

den 4 Erfindern des Finanzkrisenquartetts

Ein Kartenspiel zur Finanzkrise – ist das makaber? Die vier Erfinder nehmen es mit Humor: Welche Bank hat die meisten Schulden? Welcher Konzern hat mehr Mitarbeiter entlassen? Das Spiel funktioniert vom Prinzip her wie Autoquartett. Doch statt Motorenleistungen vergleicht man hier Verluste, Staatshilfen, Manager-Gehälter und Entlassungen. Dabei gilt das Motto „Zocken wie die Manager!”

Die vier Studenten Julia Löffler, Dorothée Zombronner, Arndt Leininger und Fabian Renk haben das Spiel im Rahmen des Funpreneur-Unternehmensgründungswettbewerbs (www.funpreneur.de) an der Freien Universität Berlin entwickelt. B2B Deutschland hat das Quartett befragt - und die vier haben abwechselnd geantwortet.


b2b-deutschland.de: Wie kamen Sie auf die Idee, die Finanzkrise in einem Spiel zu verarbeiten?

Fabian Renk: Die Idee hat schon vor dem Unternehmensgründungswettbewerb der Freien Universität Berlin, an dem wir teilnahmen, existiert. Wir alle kennen uns aus politischen Zusammenhängen und haben in vielen Diskussionen gemerkt, dass es den Leuten schwerfällt, die Finanzkrise zu verstehen und viele sich damit nur oberflächlich beschäftigen. Uns war schnell klar, dass man da mal was machen muss. Die Verluste der Firmen, die entlassenen Mitarbeiter, die zum Teil unvorstellbar hohen Zahlen wirken auf den ersten Blick verwirrend. Wir wollten den Menschen die Möglichkeit geben, sich spielerisch mit der Finanzkrise auseinanderzusetzen. So ist das Finanzkrisenquartett gewissermaßen die Projektion des Kartenspiels der Kindheit auf die heutige Zeit und auf ein eigentlich ernstes Thema.

Finanzkrisenquartett Kartenspiel

Seit wann ist Ihr Quartett auf dem Markt?

Arndt Leininger: Die 1. Auflage des Finanzkrisenquartetts erschien am 15. Juli diesen Jahres. Mittlerweile gibt es schon die 2. Auflage, da die erste innerhalb weniger Wochen restlos ausverkauft war. Das Spiel kommt aber fast schon ein bisschen spät, da die Finanzkrise ja schon deutlich früher allgegenwärtig war.

Wie haben Sie Ihre Gründung und die Produktion des Kartenspiels finanziert?

Dorothée Zombronner: Das Quartett ist aus einem Unternehmensgründungswettbewerb der Freien Universität Berlin heraus entstanden. In diesem Rahmen erhielten wir fünf Euro Startkapital. Da diese natürlich nicht ausreichten, mussten wir zunächst selbst das Geld für die Produktion vorstrecken. Allerdings hatten wir zu diesem Zeitpunkt schon jede Menge Vorbestellungen, so dass sich das Risiko stets in Grenzen hielt. Die sonstigen Gründungskosten hielten sich sehr im Rahmen, da wir alles in Eigenregie gemacht haben.

Zu den bisherigen Krisen-Konzernen kommen ja auch neue hinzu. Außerdem verändern sich die Zahlen. Werden die Karten immer wieder aktualisiert?


Fabian Renk: Die 2. Auflage unseres Quartetts ist, wie schon erwähnt, gerade erschienen. Alle Daten wurden nochmals aktualisiert und überarbeitet. Letztlich gibt es aber täglich neue Entwicklungen und so müsste es eigentlich jeden Tag eine neue Version geben. Wir diskutieren auch bei uns ständig, welche Unternehmen wir neu aufnehmen könnten und welche eher weniger Sinn in unserem Quartett machen. Mittlerweile sind wir aber sicher, dass eine sehr breite und repräsentative Auswahl in unserem Spiel enthalten ist. Wir werden weiterhin an den Firmen und Zahlen arbeiten, damit auch die 3. Auflage dann wieder brandaktuell ist.

Kartenbeispiel Hypo Real Estate

Sie studieren ja ganz verschiedene Fächer, von Archäologie über Germanistik bis Politikwissenschaften. War das hilfreich bei der Ideenfindung?

Julia Löffler: Es ist auf jeden Fall hilfreich, dass wir unterschiedliche Fächer studieren. So hat jeder von uns andere Qualifikationen, die uns bei der Arbeit mit dem Quartett geholfen haben. Wenn man BWL studiert, kennt man sich natürlich mit den ganzen Finanzgeschichten besser aus, aber dafür ist es für eine bildende Künstlerin leichter, die Karten zu layouten. Alles in allem ergänzen wir uns ziemlich gut und jeder hat im Unternehmen seine Bereiche und seine Verantwortlichkeiten.

Was passiert, wenn die Krise vorbei ist? Was wird dann aus dem Finanzkrisenquartett?

Arndt Leininger: Die Krise dauert sicherlich noch eine Weile an, aber wir haben auch schon darüber nachgedacht, ob wir nicht noch andere Quartette produzieren wollen. Natürlich sollen diese dann auch informativ und gleichzeitig unterhaltend sein. So können wir uns zum Beispiel ein Atomkraftwerkequartett vorstellen. Ein Thema, das immer aktuell ist, gerade jetzt vor dem Hintergrund der vergangenen Störfälle. Zudem ist das Finanzkrisenquartett gewissermaßen auch ein Stück Zeitgeschichte und wird letztlich auch wenn die Krise vorbei ist an diese erinnern.

Welchen ultimativen Tipp können Sie anderen Gründungswilligen mit auf den Weg geben?

Dorothée Zombronner: Das wichtigste ist, dass man hundertprozentig hinter der Idee steht und auch in Kauf nimmt, dass das ein oder andere Wochenende für die Projektumsetzung drauf geht. Ansonsten ist es wichtig, dass man sich immer wieder selbst motivieren kann und sich ab und zu für die getane Arbeit belohnt. Ein gut funktionierendes, kreatives Team ist die beste Voraussetzung für eine gelungene Gründung. Weiterhin sollte man immer wieder Experten und Leute, die schon einmal ein ähnliches Projekt durchgeführt haben, zu Rate ziehen.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft: Was kommt nach dem Finanzkrisenquartett?

Julia Löffler: Neben der Produktion weiterer Quartette wollen wir uns weiter professionalisieren. Momentan arbeiten wir daran, den Vertrieb über Buch- und Spieleläden zu intensivieren. Dazu sind wir gerade auf der Suche nach geeigneten Vertriebspartnern. Auch das Angebot, das Quartett mit individueller Rückseitenbedruckung als kreatives Werbemittel, zu kaufen, wollen wir stärker bewerben. Und natürlich wollen wir alle noch zu Ende studieren.

Wir danken Ihnen für das Gespräch.

Das Interview führte Katrin Herdejürgen.

Finanzkrisenquartett Deckblatt Ausschnitt


Mehr Informationen zum Finanzkrisenquartett finden Sie auf der Internetseite des Unternehmens: www.finanzkrisenquartett.de

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