Die Planung einer Finanzierung im Businessplan sollte gewissenhaft vorgenommen werden. Nachfinanzierungen innerhalb kürzester Zeit werden bei Banken gar nicht gerne gesehen. Der Vorwurf, vorher falsche Berechnungen angestellt zu haben, schwingt dabei stets mit und so ist es wichtig, dass die Finanzlage schon frühzeitig im Blick gehalten wird. Das ist nicht nur erforderlich, um den richtigen Finanzierungsbedarf zu ermitteln – es ist auch entscheidend, um sich vor der Abwärtsentwicklung eines Unternehmens zu schützen. Kein Selbstständiger sollte glauben, dass er von Unternehmenskrisen nicht betroffen sein könnte.
Controlling ist wichtig
Um die Lage stets im Blick zu halten, ist der Einsatz von Instrumenten des Controllings wichtig. Das kann auch schon mit einfachen Mitteln in Angriff genommen werden. Eines ist auf jeden Fall klar: Das Ausfüllen von Tabellen, die der Steuerberater zur Verfügung gestellt hat, ist zu wenig. Viel mehr sollte ein Abgleich zwischen den Daten erfolgen, die im Businessplan stehen und den Daten, die sich dann im laufenden Geschäftsbetrieb ergeben. Mit Hilfe dieser Daten kann frühzeitig erkannt werden, ob es Abweichungen von den Planungen gibt und ob Gegenmaßnahmen ergriffen werden müssen.
Fragen, die Sie beantworten können müssen
Zusätzlich sollten Unternehmer eine Frage wie „Welches Produkt oder welche Dienstleistung bringt den meisten Gewinn für mein Unternehmen?“ oder „Ist das neu geplante Produkt rentabel?“ beantworten können. Wer diese Dinge nicht im Blick hat, gerät schnell in die roten Zahlen und das sogar oft erst einmal unbemerkt.
Informiert bleiben
Fast niemand kann damit rechnen, dass es im Laufe einer Selbstständigkeit keine Veränderungen gibt und diesen Veränderungen muss Rechnung getragen werden. Um Veränderungen zu erkennen, bevor es zu Gewinneinbrüchen kommt, sollten auch kleine Unternehmen verschiedene Informationsquellen nutzen: Fachzeitschriften, Branchenzeitschriften, Newsletter von Branchenportalen, Verbandsinformationen und vieles mehr. Je länger es dauert, bis ein Unternehmer erkennt, dass etwas getan werden muss, umso enger werden die Spielräume. Sobald sich Probleme abzeichnen, sollte reagiert werden. Sind die finanziellen Spielräume erst einmal erschöpft, steht meist die Insolvenz ins Haus.
Beratung wird finanziell gefördert
Insbesondere nach der Gründung gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich bei der Einführung von Controlling-Maßnahmen oder bei der Entwicklung von Optimierungsmaßnahmen helfen zu lassen. Im Rahmen der Förderung „Gründercoaching Deutschland“ können Gründer beispielsweise innerhalb der ersten fünf Jahre nach der Existenzgründung eine Bezuschussung von Beratungsleistungen in Anspruch nehmen. Darüber hinaus gibt es aber auch noch andere Förderungen, mit deren Hilfe eine Bezuschussung von Beratungen möglich ist.
Schuldenfalle: Früherkennung hilft
Last but not least noch ein paar Worte zum Thema Überschuldung: Es ist selbstverständlich sinnvoll, die Schuldenfalle so früh wie möglich zu meiden. Banken berechnen die so genannte Kapitaldienstfähigkeit. Ganz einfach ausgedrückt: Es werden sämtliche Ausgaben eines Selbstständigen (inklusive privater Ausgaben) den Einkünften gegenüber gestellt. Am Ende zeigt sich, wie viel Geld für Tilgungen, Zinsen, Leasingraten oder anderes eigentlich übrig bleibt. Es ist sinnvoll, diese Zahlen auch selbst im Blick zu behalten und zwar sowohl vor der Finanzierung als auch danach. Ändern sich dann wichtige Daten wie beispielsweise der durchschnittliche monatliche Gewinn, kann ein Selbstständiger sofort reagieren, wenn sich abzeichnet, dass es schwierig wird, die Schulden zurückzuzahlen oder für andere Verpflichtungen aufzukommen. Früherkennung ist wichtig und viele kleine Unternehmen könnten gerettet werden, wenn sie ein aufziehendes Gewitter frühzeitig erkennen würden.