Wer es sehr eilig hat, wird im Rahmen eines Förderdarlehens eine grobe Enttäuschung erleben. Denn wer auch immer ein Darlehen oder ein anderes Finanzierungsprodukt einer Bank haben will, muss ein Rating durchlaufen. Im Rahmen des Ratings werden dann verschiedene Kriterien bewertet und der Ausgang des Ratings entscheidet über eine Bewilligung und in vielen Fällen auch über die Konditionen für ein Darlehen oder einen Kredit.
Rating - ein zeitaufwändiges Verfahren
Das Rating - also die Prüfung Ihrer geschäftlichen Pläne und eventuell der Unternehmenshistorie – wird zunächst von der Geschäftsbank vorgenommen. Dabei werden aber auch andere Dinge geprüft wie Ihre Bonität, Ihre finanziellen Möglichkeiten zur Rückzahlung und Zinszahlung und anderes. Kommt nun noch eine Förderbank ins Spiel, prüft auch diese noch einmal. Insgesamt müssen Sie beim Einbezug einer Förder- oder Bürgschaftsbank mit einer Zeitspanne von rund drei Monaten rechnen. Wenn der Bearbeiter bei der Geschäftsbank oder der Bearbeiter bei der Förderbank oder der Gründer selbst dann vielleicht noch in Urlaub ist, kann es schnell auch zu längeren Wartezeiten kommen.
Zuerst: Businessplan
Das Rating ist allerdings die letzte Stufe der Prüfungen durch eine Bank. Bevor ein Vorhaben überhaupt in das Rating kommt, müssen noch einige andere Hürden genommen werden. Im ersten Schritt brauchen Gründer oder bestehende Unternehmen einen Businessplan. Ohne diesen kommt man meist gar nicht erst zu einem Gespräch bei einer Bank durch. Der Businessplan kann noch kleine Lücken enthalten – im Großen und Ganzen muss er aber zum Zeitpunkt der Kontaktaufnahme mit einer Bank schon fertig sein. Meist verlangt die Bank den Businessplan im Vorfeld per E-Mail, um einen ersten Blick darauf werfen zu können. Wer hiermit nicht punkten kann, kommt gar nicht erst zum Gespräch durch.
Dann: Persönlichkeitstest
Beim Gespräch mit der Bank – also im nächsten Schritt – will die Bank die Person hinter dem Businessplan persönlich kennen lernen. Hier müssen Gründer oder bestehende Unternehmer vor allem durch Ihre Persönlichkeit überzeugen. Können alle Inhalte des Businessplanes schlüssig dargelegt werden? Wie sieht es mit der Fähigkeit, Einwänden zu begegnen, aus? Denkt der Antragsteller unternehmerisch? Können Behauptungen über Kompetenzen belegt werden? Erscheint die Person kompetent? Diese und andere Fragen klärt Ihr Ansprechpartner im Gespräch.
Schufa-Auskunft
Auch inhaltliche Fragen rund um das Geschäftskonzept kommen im Bankengespräch auf den Tisch. Meist muss auch in diesem Gespräch das Einverständnis für das Einholen einer Schufa-Auskunft gegeben werden. Wer bei der Schufa negativ aufgefallen ist, wird dann schon frühzeitig eine Ablehnung bekommen.
Zuletzt: Das wichtige Rating
Wenn all diese Hürden genommen wurden, geht es ins Rating. Das Rating ist entscheidend und ihr Ansprechpartner bei der Bank hat nun kaum noch Einfluss auf das Ergebnis. Auch wenn der Bearbeiter positiv gestimmt ist: Der Ausgang des Ratings bleibt abzuwarten. Wer eine Förderbank bemühen will, muss dann noch mit einem weiteren Rating durch die Förderbank rechnen. Ein persönliches Gespräch findet typischerweise während der gesamten Rating-Phase nicht mehr statt. In seltenen Fällen kann es auch zu einer Ablehnung durch eine Förder- oder Bürgschaftsbank kommen. Erst wenn diese endgültige Zusage vorliegt, können Gründer und Unternehmer die Sektkorken knallen lassen.
Auch ein Rating kostet Geld
Die meisten Banken verlangen übrigens für das Rating eine Gebühr, die üblicherweise etwa ein Prozent des Darlehensbetrages umfasst. Gründer und bestehende Unternehmen sollten sich also gut überlegen, für wie viele Prüfungen das Budget reicht. Weiterhin ist auch bei Bürgschaftsbanken eine ergänzende Gebühr zu erwarten. In das Gespräch mit der Bank gehört also auf jeden Fall die Frage, welche Kosten für Prüfungen entstehen werden.