Tatsächlich kann so ziemlich jeder als Kredit- oder Darlehensgeber auftreten – auch natürliche Personen oder gemeinnützige Organisationen. Mit anderen Worten: Die Bank ist nicht die einzige Organisation, die als Geldgeber für eine Finanzierung via Darlehen oder Kredit auftreten kann.
Familie statt Bank als Darlehensgeber
Laut Studien der KfW nutzt rund ein Drittel derjenigen, die für die Existenzgründung eine Finanzierung brauchen, das nahe persönliche Umfeld. Das Darlehen aus der Familie spielt also eine wichtige Rolle. Was beispielsweise in Skandinavien sehr weit verbreitet ist, hat in Deutschland nach wie vor für viele einen unangenehmen Beigeschmack. Aber: Innerhalb der Familie ist es manchmal einfacher, eine schnelle und günstige Lösung zu finden. Die Regelungen können frei gestaltet werden – es ist aber in jedem Fall sinnvoll, die Regelungen schriftlich festzuhalten. Wer keine schriftliche Vereinbarung über eine Laufzeit hat, muss beispielsweise damit rechnen, dass der Darlehensgeber die Vereinbarung innerhalb von drei Monaten zu jedem Zeitpunkt kündigen kann. Ein Darlehen von Angehörigen ist allerdings nur dann sinnvoll, wenn ein gutes und belastbares Vertrauensverhältnis besteht und wenn die Beteiligten mit offenen Karten spielen.
Neu: Kreditbörse im Internet
Das Internet macht’s möglich - auch die Verwendung einer Kreditbörse im Internet ist eine interessante Alternative. Viele haben schon davon gehört, wissen aber nicht genau, was sich dahinter versteckt. Oft wird die Frage gestellt, ob es sich denn um ein seriöses Angebot handelt. In der Tat ist die Verwendung einer solchen Kreditbörse absolut seriös und eine ernsthafte Alternative zur Bank. Die Beträge reichen von einem Darlehensbetrag von 1.000 bis 25.000 Euro. Die Finanzierung auf diesem Weg ist also oft für Unternehmen mit kleinerem Kapitalbedarf attraktiv – das füllt die Lücke, in der viele Banken sich offensichtlich gar nicht wohl fühlen. Wer ein Darlehen haben will, stellt das Gesuch auf der Börse ein. Anleger können dann in das Projekt investieren – den Zins und die Laufzeit legt man selbst fest.
Nachteil: Nur bei Festeinkommen
Allerdings ist die Nutzung einer solchen Plattform eingeschränkt: Nur wer ein regelmäßiges Einkommen nachweisen kann, kann auf diesem Weg zu einem Kredit oder Darlehen zu kommen. Die Lösung kommt also nur in Frage, wenn die Existenzgründung zunächst nebenberuflich erfolgt oder wenn das Unternehmen bereits seit zwei Jahren existiert. Innerhalb von ein bis zwei Wochen nach Anmeldung auf der Plattform kann das Geld schon auf dem Konto sein. Neben einem Abschlag vom Darlehen als Provision für den Betreiber der Plattform entstehen keine weiteren Kosten.
Kontokorrentkredit: für kurzfristige Finanzierung
Der Kontokorrentkredit ist sozusagen der Dispo-Kredit für Selbstständige. Was wir alle aus dem Privatleben als Dispo kennen, wird im geschäftlichen Umfeld anders gehandhabt. Wer einen Kontokorrentkredit von einer Bank braucht, muss ebenfalls ein Rating durchlaufen. Mit Zinsen, Bearbeitungsgebühren und anderem ist der Kontokorrentkredit meist deutlich teurer, als ein Darlehen. Er eignet sich vor allem für kurzfristige Finanzierungszwecke, beispielsweise, wenn Waren eingekauft werden müssen oder ähnliches. Wenn ein Kontokorrent über längere Zeit ausgeschöpft wird, sollten Gründer oder Unternehmer über eine Umschuldung nachdenken, denn die Kosten für den Kontokorrentkredit sind zu hoch für eine langfristige Nutzung.
Weitere Finanzierungsmöglichkeiten:
Weitere Möglichkeiten der Finanzierung finden sich außerdem im Lieferantenkredit, im Leasing, in der Beteiligungsfinanzierung, im Factoring, in Mikrofinanzorganisationen und in weiteren Finanzierungsinstrumenten.
Links zum Thema:
Infos rund um die Finanzierung
Unternehmerkredit via Kreditbörse