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Dringend gesucht: Die richtige Versicherung
Sachversicherungen
- Feuerversicherung: Ersetzt die zerstörten Sachen, zahlt auch für Lösch- und Aufräumungsarbeiten sowie Schadenminderungsmaßnahmen. Banken verlangen i.d.R. bei Kreditvergabe eine Feuerpolice.
- Einbruchdiebstahlversicherung mit Vandalismusrisiko: Zahlt für alles, was Einbrecher mitgehen lassen, oder wenn Mitarbeiter inner- und außerhalb des Grundstücks beraubt wurden. Übernimmt Instandsetzungskosten für demolierte Gebäude und Geschäftseinrichtung.
- Sturmversicherung: Zahlt ab Windstärke 8.
- Betriebsunterbrechungsversicherung - wenn nichts mehr geht: Ein Schaden kommt selten allein. Ein Brand etwa kann einen Umsatzausfall nach sich ziehen, der höher ist als der eigentliche Sachschaden. In solchen Fällen greift die Betriebsunterbrechungsversicherung (BU). Sie ersetzt den entgangenen Gewinn, sofern nicht mehr aufholbar, und übernimmt die laufenden Kosten für Löhne, Gehälter einschließlich gesetzlicher Sozialabgaben. Auch für Schadenminderungskosten wie Überstundenzuschläge, Mieten für Leihgeräte, Geschäfts-und Lagerräume kommt sie auf. Es gibt sie für alle Inhaltsrisiken (s.o.). Meist für sechs Monate oder ein Jahr. »Bei einem Brand kommt das hin. Bei einem Leitungswasserschaden hat man den Betrieb aber oft schon nach einem Monat wieder flott«, sagt Versicherungsberater Versicherungsberater Hans-Hermann Lüschen aus Berlin. Ein guter Vermittler wird das berücksichtigen und nicht alles über einen Leisten schlagen. Lüschen rät: »Mögliche Szenarien durchspielen. Für eine Papierfirma kann ein Brand tödlich sein. In anderem Fall ist eine Betriebsunterbrechung praktisch gar nicht möglich – wenn es Zweigstellen gibt oder die Firma nur beim Kunden arbeitet, Maschinen und Material größtenteils auf den Transportern mitgeführt werden.« Gut zu wissen: Nützlich kann ein Betriebsunterbrechungsschutz auch für Engpass-Maschinen sein, d.h. wenn deren Ausfall und anschließende längere Reparatur zu hohem Ertragsausfall führt. Tipp: Eine kürzere Dauer oder späterer Beginn der Police – z.B. erst nach dem 7. oder 15. Tag – spart Prämie. Unter Umständen kann man gänzlich darauf verzichten. Und: Prüfen, ob eine Betriebsunterbrechung für Elementarschäden erforderlich ist – z.B. wenn der Betrieb ziemlich dicht an einem Gewässer liegt.
- Privatschutz - Was Unternehmer absichern sollten: Die Grundregel lautet: Nach dem GAU-Prinzip vorgehen – nur den größten anzunehmenden Unfall (finanzielle Katastrophe) absichern. Unverzichtbar sind Privathaftpflicht-, Berufsunfähigkeits- und Krankenversicherung in Single-Haushalten. Bei Familien ergänzt um eine Risikolebensversicherung zur Absicherung der Hinterbliebenen. Die gesetzlich vorgeschriebene Kfz-Haftpflicht für Autobesitzer versteht sich von selbst. Die Entscheidung für oder gegen eine gesetzliche Absicherung von Krankheit, Unfall und Rente sollten gerade junge Existenzgründer nichts übers Knie brechen, sondern in aller Ruhe gesetzliche und private Alternativen prüfen. Teilweise kann sich auch eine Kombination aus beidem anbieten.
- Berufsunfähigkeitsversicherung: Sie sichert sowohl Krankheits- als auch Unfallfolgen ab – durch Zahlung einer monatlichen Rente bei Berufs- sowie Erwerbsunfähigkeit. Hier grundsätzlich vom geprüften Fachmann beraten lassen. »Die Bedingungen reichen von absolut untauglich bis sehr gut«, so Lüschen.
- Risikolebensversicherung: »Den Todesfall des Hauptverdieners nicht bloß mit Alibi-Summen absichern«, warnt Lüschen. Dreimal das Jahresbrutto für Paare und fünfmal so viel, wenn Kinder im Haus sind, so seine Empfehlung. Am besten Policen mit Nachversicherungsgarantie abschließen. Die Summe kann dann auch noch nachträglich ohne erneute Gesundheitsprüfung aufgestockt werden, z.B. bei Geburt eines Kindes, Uni- oder Meisterabschluss. Solche An-gebote gibt es auch für die Berufsunfähigkeitsversicherung.
Regelmäßiger Check
Auch die beste Lösung ist nicht von Dauer. Wie schnell ändert sich das wirtschaftliche Umfeld, erfordern Wettbewerb und Innovation eine Umorientierung. Von der Rechtsprechung gar nicht zu reden. Neue Versicherungslücken sind schneller da als gedacht. Betriebliche Policen gehören daher immer wieder neu auf den Prüfstand. Der Blickwinkel dabei: Wie hat sich das Unternehmen verändert? Ist eventuell zusätzlicher Schutz nötig, weil das Geschäftsfeld erweitert wurde? Oder erübrigt sich manches? Es macht sich bezahlt, wenn man den Versicherungsschutz in regelmäßigen Abständen vom ausgewiesenen IHK-geprüften Fachmann auf ein Zuwenig oder Zuviel checken lässt.
aus: Berliner Wirtschaft, Magazin der Industrie- und Handelskammer zu Berlin, Ausgabe 3/2007
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