Auch Gratiskonten können Geld kosten

Geldautomat Volksbank (cc) Bumi

Andere Kunden legen allerdings Wert auf persönliche Kontakte mit einem Bankberater oder scheuen sich, ein Online-Konto einzurichten. "Diese Leute haben zwar oft einen Computer, ihnen ist aber Online-Banking zu unsicher und sie wollen sich nicht ständig darum kümmern müssen, ihren PC gegen Virenangriffe zu schützten", sagt Kerstin Backofen. Solche Kunden sind bereit, mehr für ein Konto zu bezahlen.

Doch auch diese können sparen, wenn sie wechseln. Denn bei Kreditinstituten wie den Sparda- oder PSD-Banken ist die Kontoführung kostenlos. Und auch einige Sparkassen und Volksbanken folgen dem Beispiel.

Worauf muss bei Gratiskonten besonders geachtet werden? Viele kostenlose Girokonten sind allerdings an Bedingungen geknüpft. Entweder gibt es die Gratiskonten nur, wenn sie online geführt werden oder sie sind Kunden aus bestimmten Regionen vorbehalten. Manche Banken verlangen zudem einen regelmäßigen Gehalts- oder Renteneingang zwischen 700 und 1 250 Euro oder schreiben ein durchschnittliches Guthaben vor, das auf dem Konto eingezahlt bleiben muss. Reine Gehaltsgirokonten scheiden daher für Freiberufler von vornherein aus. Für sie bleibt nur eine deutlich geringere Auswahl an Instituten übrig.

Wo lauern versteckte Kosten? Versteckte Kosten können auch beim Geldabheben entstehen. "Was nutzt ein kostenloses Girokonto, wenn die Bank kein eigenes Automatennetz hat und man ständig Gebühren an fremden Bargeld-Automaten zahlen muss?", fragt Kerstin Backofen. Und diese können 7,50 Euro und mehr pro Buchung betragen. Besser haben es hingegen Kunden, die beispielsweise mit ihrer Visa-Kreditkarte innerhalb des gesamten Euro-Währungsgebietes kostenfrei an allen Automaten mit Visa-Zeichen Geld abheben können. Mit dieser Methode umgehen nämlich immer mehr Direktbanken die hohen Gebühren der Filialbanken. Neben den Gebühren am Geldautomaten können den Kunden aber auch überhöhte Forderungen drohen, wenn zum Beispiel bei online geführten Konten ein Scheck eingereicht wird.
Berliner Zeitung, 21.04.2008

zurück zur Seite 1

Weitere Artikel aus diesem Ressort

Gewerkschaften misstrauen Merkel

von Matthias Loke und Regine Zylka Berlin - Die Gewerkschaften befürchten nach einem Regierungswechsel zu Schwarz-Gelb den Abbau von Arbeitnehmerrechten. Das Versprechen von Kanzlerin Angela Merkel … mehr »

Hoher Ölpreis frisst Lohnerhöhungen auf

Frau greift in leeren Geldbeuetel

Arbeitnehmer erleiden trotz kräftiger Tariferhöhungen real einen Kaufkraftverlust… mehr »

"Die Gefahr einer kompletten Politisierung ist groß"

EU-Kommissar Andris Piebalgs

Krisengipfel - Erdöl wird immer teurer. Doch die meisten Opec-Staaten wollen die Fördermenge nicht erhöhen. Trotzdem glaubt der EU-Energie-Kommissar, dass ein Wendepunkt in dem Konflikt erreicht ist… mehr »

Air Berlin streicht Strecken und mustert Flugzeuge aus

Air Berlin Flugzeug landet in Stuttgart

Explodierende Kerosinkosten zwingen Unternehmen zu drastischen Sparmaßnahmen… mehr »

Die EU-Gurke soll gerade bleiben

Gemüsegurke

Vor allem die Deutschen widersetzen sich der Abschaffung von Vorschriften für Obst und Gemüse… mehr »

Das Null-Emissionen-Auto

Mercedes A-Klasse mit Brennstoffzelle in New York

Wegen der hohen Benzinpreise forcieren die Konzerne die Entwicklung neuer Antriebe… mehr »