Auch Gratiskonten können Geld kosten

Geldautomat Volksbank (cc) Bumi

Viele Girokonten sind inzwischen kostenlos - doch Kunden sollten auf Fußnoten und versteckte Gebühren achten.

von Matthias Schäfer

"Null Euro fürs Girokonto" verheißt die Werbung im Schaufenster einer großen deutschen Bank. Andere Institute preisen ihre Angebote in Radio und Fernsehen an oder locken mit Startguthaben, um Kunden zum Wechseln des Kontos zu animieren. Dass viele Banken inzwischen die Preise für Girokonten gesenkt haben, hat auch die Stiftung Warentest festgestellt. "Es ist ein Trend zu beobachten, dass immer mehr Institute kostenlose Girokonten anbieten", sagt Kerstin Backofen von der Zeitschrift Finanztest. Doch das ist nur die eine Seite. Einige Banken merken aber, dass sie günstige Angebote nicht durchhalten und versuchen, an anderer Stelle die Kosten wieder hereinzuholen, in dem sie das Gratiskonto an bestimmte Bedingungen knüpfen. Kunden müssen daher bei der Auswahl des richtigen Kontos die Fußnoten genau lesen.

Ab welchem Jahresbetrag ist ein Wechsel zu empfehlen? Viele Kunden bleiben über Jahre hinweg ihrer Bank treu - trotz hoher Gebühren. Dass es auch günstiger geht, zeigen die hohen Preisunterschiede. Nach Angaben von Finanztest können diese zwischen null und mehr als 300 Euro im Jahr liegen. "Wer mehr als 80 Euro für ein Filialkonto oder mehr als 40 Euro für ein Onlinekonto zahlt, sollte über einen Wechsel nachdenken", berichtet Kerstin Backofen. Aber ein Kontowechsel ist nicht so schnell erledigt, wie der Wechsel des Strom- oder Telefonanbieters - und das schreckt viele ab.

Fallen beim Wechsel der Bank Gebühren an? Nein, Kündigungsgebühren für ein Girokonto oder ähnliche Entgelte sind nicht erlaubt.

Welches Konto ist für wen geeignet? Kontoinhaber, denen der Computer vertraut ist, sind bei Direktbanken gut aufgehoben. Diese verfügen über keine eigenen Filialen und wickeln den gesamten Geschäftsverkehr wie das Versenden von Überweisungen per Telefon, Brief und Internet ab. Aus diesem Grund zählen diese Banken wie die DKB Bank oder die ING-Diba zu den günstigsten Direktbanken.

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