Navigationsgeräte werden immer schlauer

Navigationsgeraet © Deutsche Messe Hannover

Intelligente Fahrhilfen

Großes Marktpotenzial für Telematik-Produkte

Den Stau verhindern, bevor er entstehen kann: Wegweisende Navigationsgeräte und zukunftsträchtige Telematik-Lösungen machen auch in diesem Jahr die Halle 15 zum Publikumsmagneten der CeBIT vom 3. bis 8. März. Hersteller wie Garmin, Navigon, Clarion und Blaupunkt zeigen in Hannover brandneue Produkte. Von einer Konjunkturflaute will die Branche nichts wissen.

'Wir sind überzeugt, dass trotz eines wirtschaftlich raueren Klimas Spielraum für eine gute Nachfrage im Markt bestehen bleibt', sagt Michael Hoffmann, Head Of Corporate Communications bei der Navigon AG. 'Zum einen besteht bezüglich der Nutzungsdichte noch Potenzial. Zum anderen sehen wir darüber hinaus den Trend zum Navigationsgerät der nächsten Generation.'

Optimistisch gibt man sich auch bei Funkwerk Dabendorf: 'Für den TK-Handel sehen wir in diesem Jahr bei Zubehörteilen noch die größten Wachstumschancen', erklärt Geschäftsführer Lutz Pfister. 'Unsere Freisprechanlagen ermöglichen nicht nur das Telefonieren im Fahrzeug, sondern holen dank Bluetooth-Technologie auch MP3 und SMS ins Auto.' Thomas Kern, Business Director OEM bei Funkwerk Dabendorf, ergänzt: 'Der Trend, dass Fahrzeug-Steuergeräte mehr und mehr Erfahrungen und Komponenten aus dem IT-Bereich verwenden, setzt sich weiter fort.'

Lernende Navi-Lotsen mit Community-Tools und Webzugang

Die Straßen-Scouts des Jahrgangs 2009 überraschen mit vielen neuartigen Funktionen. So will Clarion mit seinem neuen Multitalent MiND eine 'völlig neue Geräteklasse starten', betont Pressesprecher Norman Hiller. Der mobile Newcomer soll seinen Besitzer nicht nur auf dem kürzesten Weg zum Ziel bringen, sondern auch überall den Zugang zum Internet ermöglichen. Ein 4,8 Zoll großer WVGA-Touchscreen mit 800 mal 480 Pixeln macht das Clarion MiND zum vielseitigen Begleiter. Die beliebten Online-Portale Google Maps, YouTube und MySpace sind dank speziell angepasster Anwendungen während der Fahrt in optimaler Qualität erreichbar.

Besonders im Fokus stehen außerdem 'lernende' Navis, die tages- und uhrzeitabhängige Routenempfehlungen geben und neuerdings sogar Schleichwege kennen, die von der millionenstarken Nutzer-Community ausgetüftelt worden sind - die Webciety lässt grüßen.

Ein weiterer wichtiger Impuls auf der CeBIT 2009: Perfekt ausgestattete Premium-Navis sind gefragt wie nie. So stellt Garmin, der Weltmarktführer bei den mobilen Navigationssystemen, in Hannover sein neues Spitzenmodell nüvi 865Tpro vor. Das portable Gerät der High-End-Klasse verfügt über eine echte Sprachsteuerung, einen Fahrspurassistenten mit fotorealistischer Ansicht von wichtigen Kreuzungen sowie TMCpro zur verbesserten Staumeldefunktion. 'Dank der Kombination aus Sprachsteuerung und Fahrspurassistent mit Kreuzungsansicht lässt das nüvi 865Tpro keine Zweifel bei der Zieleingabe und Zielführung aufkommen', so Olaf Meng, Produkt-Manager Automotive bei Garmin Deutschland.' Als weiteres Extra kann man Ziele als geocodierte Bilder im Gerät hinterlegen. Ein Klick auf das gewünschte Foto genügt, um die Navigation zu starten. Über die Connect-Photos-Website von Garmin sind bereits Millionen von Fotos mit ihren geografischen Daten abrufbar. Sie stammen von der Google-Foto-Community Panoramio und lassen sich per USB-Kabel auf den Verkehrslotsen übertragen.

Mit den cleveren neuen Software-Lösungen kann man aber nicht nur viel Zeit sparen, sondern auch Geld - und obendrein etwas für die Umwelt tun. Speziell für die Logistikbranche bringt das Karlsruher Unternehmen PTV die erste Routenplanungssoftware auf den Markt, die den Schadstoffausstoß auf Basis der Route berechnet.

3D-Auto-Cockpit der Zukunft

Eine weitere Premiere wartet in Halle 14: Blaupunkt stellt nach eigenen Angaben die weltweit ersten Internet-Autoradios vor, die den einfachen Zugriff auf Zehntausende von Web-Radiostationen bieten. Die Modelle Hamburg 600i und New Jersey 600i kommen in Kooperation mit dem australischen Internetradio-Spezialisten miRoamer auf den Markt.

Doch das ist erst der Anfang: Das Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik HHI (Heinrich-Hertz-Institut, Berlin) verrät auf der CeBIT, wie das Infotainment-System im Auto von Morgen aussehen wird. Ein flexibles 3D-Display übernimmt die Darstellung aller Infos - vom Navi-System bis zur Musikanlage. Zwei Kameras, die fortlaufend die Position des Fahrers überwachen, arbeiten im Hintergrund. So soll das räumliche Bild aus jeder Sitzposition und Blickrichtung einwandfrei sein. Das automobile Cockpit der Zukunft ist auf der CeBIT in Halle 9 erstmals in Aktion zu erleben.

04.03.2009

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