Starker Fachkräftebedarf in Berlin und Brandenburg erwartet
«Mit Billiglöhnen lassen sich keine Fachkräfte binden»
Berlin und Brandenburg droht ein massiver Fachkräftemangel. Laut einer Studie könnten bis 2030 rund 460 000 Arbeitsplätze nicht besetzt werden, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden, sagte Berlins Arbeitssenatorin Carola Bluhm (Linke) am Montag bei einer gemeinsamen Vorstellung der Expertise mit Brandenburgs Arbeitsminister Günter Baaske (SPD).
Die von der Prognos AG durchgeführte, erste gemeinsame Fachkräftestudie Berlin-Brandenburg zeige, dass der erwartete Fachkräftebedarf zugleich eine große Chance für die Wirtschafts- und Arbeitsmarktregion darstelle, sagte Bluhm. Sie fügte hinzu: «Wenn jetzt alle Akteure an einem Strang ziehen und strategisch handeln, muss es kein Defizit zwischen dem Bedarf und Angebot geben.»
Baaske forderte eine adäquate Bezahlung für gut ausgebildete Fachkräfte: «Mit Billiglöhnen lassen sich keine Fachkräfte binden.» Das Lohngefälle zwischen Ost und West sei immer noch zu groß.
Wer gut ausgebildet ist, habe gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt, sagte Bluhm. Schon bis zum Jahr 2015 werde damit gerechnet, dass 270 000 Arbeitsplätze nicht besetzt werden könnten. Bis 2020 bestehe das Risiko, dass die Zahl auf 362 000 steigt, ergänzte Baaske.
Der Fachkräftebedarf wird der Studie zufolge vor allem in Wachstumsbranchen wie Medien und Informationstechnologie, Umwelt- und Energietechnik, Verkehrssystemtechnik und optische Technologien sowie in den Branchen Kunststoff und Chemie, Maschinen- und Anlagenbau steigen. Auch in unternehmensnahen Dienstleistungen wie Computerservice und Reinigungsdienste rechnen die Autoren mit einem wachsenden Bedarf. Auch der Pflege- und Gesundheitsbereich wird der Studie zufolge zunehmend Fachkräfte suchen.
© ddp
24.02.2010
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