Alle Jahre wieder kommt es, das Sommerloch: in (fast) allen Branchen und in allen Funktionen; ob Sie Chefin sind oder Mitarbeiter, Selbstständige oder "fester Freier", die Auftragslage sinkt, alle außer Ihnen sind in Urlaub oder jedenfalls nicht zu erreichen.
Was tun, wenn Sie nicht auch in Urlaub fahren können oder wollen? In dieser Serie zeigt Coach Regina Michalik, wie Sie die Zeit sinnvoll nutzen. (Die Übersichtsseite zur Serie finden Sie hier.) Nutzen Sie die Zeit – mit dem, wozu Sie Lust haben oder mit Sinnvollem, am besten mit Sinnvollem, auf das Sie auch nicht Lust bekommen.
Werfen Sie weg
Trennen Sie sich von Ihren Papierstapeln. Füllen Sie das Sommerloch und die Papiercontainer.
Warum, fragen Sie sich, sollten Sie gerade jetzt tun, wozu Sie überhaupt keine Lust haben? Zumal Sie es auch sonst tun können, immer, an 365 Tagen im Jahr? Warum sollen Sie gerade im Sommerloch, wenn andere sich an Stränden, in Bergen und Wäldern vergnügen, in Papier wühlen?
Aller guten Argumente sind 7:
1. Im Sommerloch haben Sie viel Platz – im Papiercontainer. All die Produzenten von Altpapierbergen, Vielzeitungsleser und Aktenanleger, sind verreist. Sogar die Verteiler von Werbeprospekten, die sonst alltäglich Briefkasten und Papierkorb füllen, scheinen weniger Arbeit zu haben. Nutzen Sie den Platz. Werfen Sie endlich alles weg, was Sie wegwerfen können.
2. Auch außerhalb der Container haben Sie mehr Platz – im Büro beispielsweise. Mindestens eine Ihrer MitarbeiterInnen ist sicher verreist. Der Besuchertisch wird zur Zeit nicht gebraucht, weil kein Besuch kommt. Aktuelle Projekte nehmen weniger Platz ein. Breiten Sie sich aus. Verschaffen Sie sich den Überblick, in dem Sie Stapel legen. Der erste und größte ist am besten gleich eine Kiste mit der Aufschrift: "Weg damit". Der zweite heißt: "Weiter damit" – alles das, was Sie schon länger an jemanden, einen Mitarbeiter, eine Kundin, weiterleiten wollten - der Dritte: "Wichtig – abheften" und der Vierte "Wichtig- bearbeiten".
3. Im Sommerloch haben Sie mehr Zeit – Dringliches ist nicht mehr ganz so dringlich; vieles kann und muss warten, bis jemand wieder da ist aus dem Urlaub. Sie haben also Zeit zu sortieren – und sich dabei einen Blick auf das zu gönnen, von dem Sie sich endgültig trennen wollen. Und es bleibt noch genügend Zeit, sich an den vierten Stapel, den wirklich wichtigen, zu machen.
4. Sie schaffen damit noch mehr Platz – vorausschauend, für das, was garantiert nach dem Sommer wieder kommt an Papieren, Stapeln, Akten und Broschüren. Damit Sie und Ihr Büro nicht zwischen Sommerloch und Weihnachtspause wieder im Papier versinken und Ihr Neujahresvorsatz "Wegwerfen" schon von vornherein wieder an der unübersehbaren Masse zu scheitern droht.
5. Wegwerfen macht Spaß – wenn man nicht "muss" und sich einen Spaß draus macht. Verbinden Sie Ihre Platzmachaktion mit guter Musik – sie stört ja nicht; einige sind weg, und die da sind, freuen sich über ein bisschen Auflockerung. Machen Sie daraus ein Fitnessprogramm: dehnen Sie dabei Ihre Beinmuskulatur oder stemmen Sie Altpapier statt Hanteln. Und für den Kopf zählen Sie auf Italienisch, Französisch, Russisch oder Spanisch die Zahl der Ordner mit, die Sie wieder ausgemistet haben.
mehr auf Seite 2