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Bin ich zum Unternehmer geboren? Tipps für Existenzgründer, Teil 1
(cc) David Boyle
Selbstständig, sein eigener Chef und damit Unternehmer sein, ist faszinierend. Aber auch herausfordernd und anspruchsvoll. Eigene Ideen und Konzepte umzusetzen, eigenverantwortlich entscheiden, die Arbeitszeit frei einteilen und letztendlich Erfolg haben. Das alles sind Gründe, den Weg in die Selbstständigkeit zu suchen. Wir haben grundsätzliche Tipps für Jungunternehmer zusammengefasst. Damit können Sie Fehler bei Ihrem Start-up schon im Vorfeld vermeiden.
von Jens Uhlig
Im zweiten Teil des Leitfadens lesen Sie:
- Wie bewerten Freunde und externe Berater Ihre Pläne?
- Unterstützt Sie Ihr Partner/Ihre Familie bei Ihrem Vorhaben?
- Wie gut ist Ihr persönliches Netzwerk?
- Wie erfährt die Welt von Ihrem Unternehmen?
Sind Sie ein Unternehmer-Typ?
Ein gesundes Maß an Selbstbewusstsein ist notwendig und der erste Schritt zum Erfolg. Nur wer an sich glaubt, setzt sich durch. Dazu gehören Optimismus, Weitblick und der Glaube an die Zukunft. Allerdings sollte dies nicht den Blick für eine realistische Selbsteinschätzung trüben. Sicherlich wird Ihr Wunsch nach einer selbst bestimmten Existenz Ihnen zunächst Flügel verleihen und Sie hoch motivieren. Aber sind Sie auch bereit, 50 oder 60 Stunden pro Woche zu arbeiten und zunächst auf Freizeit und Urlaub zu verzichten?
Als Angestellter in einem Unternehmen sind Sie Teil eines funktionierenden Netzwerkes. Büro oder Werkstatt sind bereits ausgestattet, Arbeitsmaterialien, Kommunikationsmittel und Aufträge sind ebenfalls vorhanden. Als Freiberufler oder selbstständiger Unternehmer starten Sie bei Null. Vom Bleistift bis zur Büroeinrichtung muss alles neu angeschafft werden. Tun Sie es nicht, tut es keiner. Unterschätzen Sie den zeitlichen Aufwand dafür nicht.
Befreien Sie sich auch von romantischen Klischeevorstellungen über das Leben eines Unternehmers, wie etwa viel Geld mit wenig Arbeit zu machen. Ein Selbstständiger, der Erfolg haben will, erlebt in den ersten Monaten genau das Gegenteil.
Was lassen Ihre finanziellen Möglichkeiten zu?
Arbeitsplatz und professionelle Infrastruktur kosten Geld. Eigene Website, Drucksachen, etwas Werbung? Das sind nur einige der zunächst anfallenden Kosten. Vor allem aber benötigen Sie genügend Mittel, um die Durststrecke bis zu einer stabilen Auftragslage mit laufenden Kundenzahlungen zu überstehen. Sie müssen also Ihr Leben eine Weile ohne Einkünfte bestreiten können. Je nach Branche und Konkurrenzumfeld kann diese Phase im besten Fall einige Monate andauern, ein bis zwei Jahre sind keine Seltenheit. Sie werden wohl Einkünfte generieren können, aber Ihre Umsätze werden über längere Zeit deutlich geringer ausfallen als die Kosten für den Geschäftsbetrieb und Ihren persönlichen Lebensbedarf.
Stellen Sie eine erste grobe Bilanz auf mit Startinvestitionen und laufenden Kosten auf der Ausgabenseite. Prognostizieren Sie auf der Einnahmenseite die Kundenerträge eher pessimistisch, beziehen Sie eventuell vorhandene Fördermittel oder eine zugesicherte Bankfinanzierung und Einkommen Ihres Partners oder Ihrer Partnerin mit ein. Diese grobe Überschlagsrechnung liefert Ihnen konkrete Entscheidungsgrundlagen, ob der Schritt in die Selbstständigkeit grundsätzlich machbar ist und die finanziellen Risiken überschaubar bleiben.
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